RTK beim Mähroboter: Station, Empfang, Grenzen
RTK macht aus einem gewöhnlichen Satellitenempfänger ein Messgerät, das seine Position sehr genau kennt. Für den Mähroboter heißt das: saubere Bahnen und Grenzen ohne Draht. Was eine Referenzstation leistet, wann Netz-RTK reicht und wo das Verfahren an seine Grenzen kommt, lesen Sie hier.
Von Uwe Brenzinger, aktualisiert am 22.10.2026, 4 Minuten Lesezeit.
Ein einfacher GPS-Empfänger, wie er im Telefon steckt, liegt oft einige Meter neben der wahren Position. Für eine Rasenkante ist das viel zu grob: Der Mäher würde mal ins Beet fahren, mal einen breiten Streifen stehen lassen. RTK, die Abkürzung für Real Time Kinematic, löst dieses Problem mit einem Vergleich. Vermessungsbüros arbeiten seit Langem mit diesem Verfahren, und im Garten folgt es demselben Prinzip.
Das Prinzip in zwei Sätzen
Eine Referenzstation steht an einem festen, bekannten Ort und empfängt dieselben Satelliten wie der Mäher. Weil sie weiß, wo sie steht, kann sie die Fehler der Signale berechnen und dem Mäher laufend Korrekturen schicken, sodass dieser seine Position im Bereich weniger Zentimeter bestimmen kann.
Die Satelliten selbst gehören zu mehreren Systemen, GPS, Galileo, GLONASS und BeiDou, zusammengefasst als GNSS. Je mehr Systeme und Frequenzbänder ein Empfänger nutzt, desto mehr Satelliten hat er zur Auswahl. Anthbot wirbt beim Anthbot N8 deshalb mit »Full-Band RTK«.
Eigene Station oder Netz-RTK
Für die Korrekturdaten gibt es zwei Wege:
- Eigene Referenzstation. Sie wird im Garten aufgestellt, braucht Strom und freie Sicht zum Himmel. Bei der Anthbot Genie ist sie laut Hersteller dabei. Husqvarna nennt seine Lösung EPOS und schreibt beim Automower 520 EPOS, dass eine Referenzstation benötigt wird.
- Netz-RTK. Hier kommen die Korrekturen von einem Dienst über Mobilfunk. Eine Station im Garten entfällt, dafür braucht der Mäher eine 4G-Verbindung. Der Mammotion YUKA mini und der Navimow i2 AWD arbeiten mit Netz-RTK.
Manche Geräte beherrschen beides. Der Anthbot N8 nennt Full-Band RTK und NRTK, und auch hier ist laut Hersteller eine Referenzstation enthalten. Welche Variante bei Ihnen besser passt, hängt vom Mobilfunkempfang im Garten und vom Platz für die Station ab. Alle Modelle mit Satellitennavigation stehen unter RTK und GNSS.
Ein guter Platz für die Station
Wer eine eigene Station aufstellt, entscheidet mit dem Standort über die Qualität der Korrekturen. Drei Fragen helfen bei der Wahl. Sieht die Antenne möglichst viel Himmel, ohne Dachüberstand, Baumkrone oder Balkon darüber? Liegt eine Steckdose oder ein Außenanschluss in Reichweite des Kabels? Und bleibt die Station an ihrem Platz, ohne dass sie beim Rasenmähen, Spielen oder Schneeräumen verschoben wird? Eine Station, die nachträglich versetzt wird, steht nicht mehr an der Position, die das System kennt; in vielen Fällen müssen Sie die Karte danach neu einrichten. Lesen Sie dazu die Anleitung Ihres Modells, denn die Schritte unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller.
Wo der Empfang leidet
RTK braucht freien Himmel, das ist seine Schwäche. Unter einer großen Buche, in einem schmalen Gang zwischen Garage und Nachbarhaus oder dicht an einer hohen Hecke sieht der Empfänger weniger Satelliten. Hinzu kommen Reflexionen: Ein Signal, das von einer Hauswand zurückprallt, kommt mit Verzögerung an und verfälscht die Rechnung. Die Folge sind ungenauere Bahnen oder ein Mäher, der wartet, bis der Empfang zurückkehrt.
Wenn Sie Ihren Garten einschätzen wollen, gehen Sie ihn mit offenen Augen ab. Wie viel Fläche liegt unter Bäumen, wie viel im Schatten von Gebäuden? Eine kleine Ecke unter einem Baum ist meist kein Problem, ein halber Garten unter dichtem Laub schon eher.
Kamera und LiDAR als Ergänzung
Viele Hersteller fangen diese Lücken mit einem zweiten Sensor ab. Die Anthbot Genie kombiniert RTK mit 3D-Vision über vier Kameras, der YUKA mini und der Navimow i2 AWD nutzen ebenfalls Kameras. Der Worx Landroid Vision Cloud WR312E bis WR330E verbindet seine Kamera mit Cloud-RTK. Einen Schritt weiter geht der LUBA mini AWD LiDAR 1500: Er nutzt LiDAR, Netz-RTK und Kamera zugleich, ohne RTK-Antenne im Garten.
Ganz ohne RTK kommen dagegen reine LiDAR-Modelle aus. Ob das für Ihren Garten die bessere Wahl ist, erklärt der Ratgeber Kamera, LiDAR oder RTK.
Was im Datenblatt steht
| Modell | Fläche | Korrektur | Zweiter Sensor |
|---|---|---|---|
| Anthbot N8 | 1.500 m² | RTK und NRTK, Station enthalten | Dual Vision |
| Anthbot Genie 600E bis 1000 | 900 bis 2.000 m² | RTK, Station enthalten | 4 Kameras |
| Husqvarna Automower 520 EPOS | 5.000 m² | EPOS mit Referenzstation | keiner genannt |
| Husqvarna Automower NERA 305E bis 310E | 900 bis 1.500 m² | EPOS | keiner genannt |
| Mammotion YUKA mini | 600 bis 800 m² | Netz-RTK | Dual-Kamera |
| Navimow i2 AWD | 500 bis 1.000 m² | Netz-RTK | Vision |
Beim Automower NERA 305E und 310E lohnt ein zweiter Blick: Husqvarna führt als Kabelart »Virtuell, Kabel«, das Gerät lässt sich also mit EPOS oder klassisch mit Draht betreiben. Wir führen die kabellose Fassung. Die Reihen von Anthbot mit Satellitennavigation, vom N8 bis zur Genie, stehen gesammelt unter Anthbot.
Die Modelle aus diesem Ratgeber
-
Anthbot N8
FamiliengartenHanglage
- Fläche
- bis 1.500 m²
- Navigation
- RTK + Kamera
- Steigung
- 45 %
Starke Alternative6,5 von 10
1.599 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Anthbot Genie (600E bis 1000)
Großes GrundstückHanglage
- Fläche
- 900 bis 2.000 m²
- Navigation
- RTK + Kamera
- Steigung
- 45 %
Starke Alternative6,4 von 10
ab 999 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Husqvarna Automower 520 EPOS
Großes GrundstückHanglage
- Fläche
- bis 5.000 m²
- Navigation
- EPOS
- Steigung
- 45 %
Für Spezialfälle4,9 von 10
4.109 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Husqvarna Automower NERA 300 (305E bis 310E)
Familiengarten
- Fläche
- 900 bis 1.500 m²
- Navigation
- EPOS
- Steigung
- 30 %
Erst vergleichen4,1 von 10
ab 1.399 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Mammotion YUKA mini
FamiliengartenHanglage
- Fläche
- 600 bis 800 m²
- Navigation
- RTK + Kamera
- Steigung
- 50 %
Erst vergleichen5,1 von 10
ab 599 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Navimow i2 AWD
FamiliengartenHanglage
- Fläche
- 500 bis 1.000 m²
- Navigation
- RTK + Kamera
- Steigung
- 45 %
Erst vergleichen5,5 von 10
ab 749 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Worx Landroid Vision Cloud (WR312E bis WR330E)
Großes Grundstück
- Fläche
- 1.200 bis 3.000 m²
- Navigation
- RTK + Kamera
- Steigung
- 30 %
Erst vergleichen4,4 von 10
ab 1.199 €unverbindlich, Stand 22.10.2026
-
Mammotion LUBA mini AWD LiDAR 1500
FamiliengartenHanglage
- Fläche
- bis 1.500 m²
- Navigation
- LiDAR + RTK
- Steigung
- 80 %
Stimmige Wahl6,9 von 10
1.399 €unverbindlich, Stand 22.10.2026








